Mund aufmachen gegen Rechts – Künstler entdecken ihr politisches Engagement wieder

Lange Zeit war es ruhig um prominente Kulturschaffende und deren politisches Engagement. Doch mit dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien wie der AfD, melden sich immer mehr Musiker, Schauspieler, Sportler und Autoren zu Wort, die Stellung gegen rechtspopulistische Stimmungsmache beziehen.

Für viel Wirbel sorgte am Dienstag die Band Jennifer Rostock. Die Band um Frontfrau Jennifer Weist, deren Mitglieder in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wohnen, veröffentlichte ein Video auf Facebook, das bis Freitagnachmittag schon 12 Millionen Mal angesehen wurde. In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre und nur begleitet von einem Klavier singt die Musikerin, was sie von der AfD hält. „Aber nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber“, heißt es im Refrain mit Blick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern und das dort voraussichtlich sehr gute Abschneiden der AfD.

Auch die Band Feine Sahne Fisch Filet positionierte sich im mecklenburgischen Anklam vor rund zwei Wochen lautstark gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulisten. Die Gruppe aus Mecklenburg-Vorpommern organisiert aktuell Veranstaltungen im ganzen Bundesland. „Noch nicht komplett im Arsch“ haben sie die Reihe an Lesungen, Konzerten und Partys genannt. Musiker wie der Rapper Marteria und auch Campino von den Toten Hosen haben sich kurzerhand angeschlossen.

Am Mittwoch veröffentlichten Künstler, Journalisten, Wissenschaftler und Politiker ein „Berliner Manifest“. Darin wenden sie sich gegen die Vereinnahmung Homo- und Transsexueller durch Rechtspopulisten. Die AfD Berlin hatte kürzlich im Wahlkampf ein Plakat verwendet, das sich gegen vermeintlich schwulenfeindliche Einwanderer richtete.